Die Stadttore

Die Stadttore

Die alten Tore der Stadtmauer von Alcúdia – Moll, Mallorca und das verschwundene Vila Roja – bewahren einzigartige Brücken, Türme und mittelalterliche Spuren.

Einer der bedeutendsten Aspekte der mittelalterlichen Stadtmauer sind ihre Eingangstore. Ursprünglich gab es drei: das Tor del Moll oder Xara, das Tor von Mallorca oder Sant Sebastià und das Tor von Vila Roja, das heute nicht mehr erhalten ist. Das Tor von Vila Roja befand sich im Nordwesten der mittelalterlichen Befestigungsanlage von Alcúdia. Aufgrund der wenigen erhaltenen Quellen ist eine genaue Beschreibung schwierig; es wird jedoch angenommen, dass es das schwächste Tor war und deshalb häufig belagert wurde. Die Brücke, wie auch die der anderen Tore, war ursprünglich eine aus Holz gefertigte Zugbrücke. Im 17. Jahrhundert wurden alle durch Steinbrücken ersetzt. Nach einer Beschreibung des Erzherzogs Ludwig Salvator von Österreich: „Die Porta de Vila Roja ist schlicht und streng; sie zeigt nur die Spuren der ehemaligen Zugbrücke über dem Graben, der heute durch eine feste Brücke ersetzt wurde.“ Während des 20. Jahrhunderts und bis 2004 blieb die Brücke unter dem verfüllten Graben verborgen. Nach der Freilegung zeigt sie drei Bögen — einen kleinen und zwei größere — sowie das ursprüngliche Steinpflaster. Der ausgegrabene Graben dient heute als öffentlicher Raum für Freiluftveranstaltungen, Konzerte oder Theater, mit der Brücke als eindrucksvolle Kulisse. Das Tor von Mallorca oder Sant Sebastià verband Alcúdia mit dem königlichen Weg nach Palma. Heute sind noch der Graben und das Erscheinungsbild der Restaurierung von 1963 erhalten, ausgeführt von G. Alomar: zwei freistehende Türme, verbunden durch einen großen Wehrgang mit Zinnen. Ebenfalls sichtbar ist ein Stadtwappen aus dem 16. Jahrhundert. Das Tor del Moll oder Xara, am entgegengesetzten Ende der Achse, die die Stadt in zwei Hälften teilt und Richtung Hafen öffnet, weist eine deutlich andere Struktur auf. Die beiden Türme sind durch ein Wachgebäude verbunden, mit einem kleinen Fenster, das ursprünglich durch einen Wehrgang geschützt war, von dem heute nur noch die tragenden Konsolen erhalten sind. Das große Rundbogentor führt in einen gewölbten Durchgang, in dem der Schlitz des früheren Fallgitters noch sichtbar ist.